Naho Kawabe: relation, unscharf
13.07.–22.07.2013
Eröffnung:
13.07.13 20 Uhr

Naho Kawabe / *1976 in Fukuoka, Japan // 1999 Musashino Art Uni. Tokyo, Bachelor // 2006 University of Fine Arts of Hamburg, Diplom // ... // 2012 Wassermühle Trittau, Sparkasse-Kulturstiftung Stormarn // 2012 Boesner Art Award 2012, Jury's Special Award // 2010 Shiseido Art Egg // 2009 Japanese Government Overseas Study Programme for Artistsn
Wesentlicher Bestandteil der Gesamtinstallation wird ein Schwarm von verschieden großen und farbigen, stumpfen oder reflektierenden Kugeln sein, die von oben in den Raum hängen wie ein Planetensystem. Die Kugeln werden aus einem bestimmten Winkel mit Licht angestrahlt, so dass ihre Schatten an der Wand ein Wort bilden. Die Lesbarkeit des Worts wird in Frage gestellt, wenn zum Beispiel durch Luftzug die Kugeln in Bewegung geraten. Ausgehend von einer Lichtquelle verbreitert sich der Lichtstrahl bis zum Auftreffen auf die Wand gleichmäßig, etwa wie eine zentralperspektivische Konstruktion mit einen Fluchtpunkt. In dieser physikalisch und ästhetisch verabredeten Form bildet sich ein Wort durch Schattenwurf. Es ist nicht materiell, bewegt sich und stellt so die Gegenthese da. Die Perspektive als symbolische Form (Panofski) begegnet dem abstrakten Begriff. Interessant dabei ist, dass mit einer Zentralperspektive stets eine autoritäre Denk- und Handlungsform verbunden wird, deren Struktur KünstlerInnen historisch immer wieder in Frage stellen. Dies geschieht auch heute in einer sich globalisierenden Gesellschaft ohne Zentren.
Ähnlich werden im Raum andere Materialien aufeinander bezogen: der Kohlenstaub war einmal Pflanze, durch Licht zur Form geworden. Als Fossil aus der Erde gegraben, gebe ich der Kohle ihre pflanzliche Figur zurück und konfrontiere sie mit dem Medium Licht. Energie wiederum speist die Darstellungen des Videos.
Das an die Wand geworfene Wort, die Figuration der Kohleinstallation, der Inhalt des Videos werden konkret ausgewählt kurz vor der Präsentation, damit die Möglichkeit besteht, auf gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen reagieren zu können.